Stand: Juni 2026
Unternehmen, die noch Liferay DXP 7.0, 7.1, 7.2 oder 7.3 einsetzen, sollten den aktuellen Supportstatus ihrer Installation prüfen. Für diese Versionen gilt die frühere Service-Life-Systematik mit einer vierjährigen Premium-Supportphase und einer anschließenden dreijährigen Limited-Supportphase. Damit befinden sich die Versionen 7.0 bis 7.3 nicht mehr im Premium Support; je nach eingesetzter Version ist auch der Limited Support bereits beendet oder nähert sich seinem Ende.
Die konkreten Folgen hängen von der Version, dem Patchstand, der bestehenden Subskription, den eingesetzten Erweiterungen und der technischen Umgebung ab. Ein End-of-Life-Status bedeutet nicht, dass eine Installation sofort ausfällt. Er erhöht jedoch das Risiko, dass Sicherheitslücken, Produktfehler oder Kompatibilitätsprobleme nicht mehr im bisherigen Umfang behoben werden.
Was bedeutet die Service Life Policy für Liferay DXP 7.0–7.3?
Für Liferay DXP 7.0 bis 7.3 beginnt die Premium-Supportphase mit dem ersten Veröffentlichungsdatum der jeweiligen Version. Sie läuft vier Jahre. Direkt danach folgt eine dreijährige Limited-Supportphase.
Premium Support
Während des Premium Supports erhalten Kunden mit einer passenden aktiven Subskription umfassenden Zugang zu Support, Dokumentation, verfügbaren Updates und Sicherheitspatches. Produktprobleme werden im Rahmen des vereinbarten Supportlevels bearbeitet.
Limited Support
Im Limited Support ist der Leistungsumfang eingeschränkt. Liferay kann auf vorhandene Hotfixes, Updates oder bekannte Lösungen verweisen und ein Update beziehungsweise Upgrade empfehlen. Neue Korrekturen werden nicht mehr im gleichen Umfang wie während des Premium Supports bereitgestellt. Deshalb steigt mit zunehmendem Alter der Version der technische und organisatorische Aufwand für einen sicheren Betrieb.
Die jeweils aktuelle Regelung und den offiziellen Lebenszyklus veröffentlicht Liferay in der Service Life Policy.
Welche Risiken entstehen nach dem Ende des Supports?
Ein veralteter Liferay-Stand kann verschiedene Risiken verursachen. Besonders relevant sind Sicherheit, Kompatibilität, Wartbarkeit und die Abhängigkeit von älteren Infrastrukturkomponenten.
- Sicherheitsrisiken: Für neue Schwachstellen stehen möglicherweise keine passenden Korrekturen mehr für die eingesetzte Version bereit.
- Kompatibilitätsprobleme: Ältere Liferay-Versionen können von nicht mehr unterstützten Java-Versionen, Datenbanken, Suchsystemen, Betriebssystemen oder Application Servern abhängen.
- Höherer Betriebsaufwand: Fehler müssen häufiger über individuelle Workarounds, eigene Patches oder technische Sonderlösungen behandelt werden.
- Erschwerte Weiterentwicklung: Neue Funktionen und Integrationen lassen sich auf einer veralteten Architektur oft nur mit zusätzlichem Aufwand umsetzen.
- Upgrade-Komplexität: Je länger ein Upgrade verschoben wird, desto größer können die Unterschiede bei Datenmodell, APIs, Themes, Plugins und Infrastruktur werden.
Was gilt für Liferay Portal Community Edition?
Die Community Edition beziehungsweise frei verfügbare Liferay-Angebote sind nicht mit den Supportleistungen einer aktiven Enterprise-Subskription gleichzusetzen. Unternehmen müssen deshalb genau prüfen, welche Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und kompatiblen Komponenten für ihre konkrete Version verfügbar sind und wer die Verantwortung für Wartung und Betrieb übernimmt.
Gerade bei geschäftskritischen Portalen sollte geklärt werden, ob interne Ressourcen für Monitoring, Fehleranalyse, Security Patching, Tests und zukünftige Upgrades ausreichen. Der Einsatz einer frei verfügbaren Version kann technisch sinnvoll sein, erfordert aber ein belastbares Betriebs- und Wartungskonzept.
Warum „auf Liferay DXP 7.4 oder höher“ heute zu ungenau ist
Die frühere pauschale Empfehlung, lediglich auf Liferay DXP 7.4 oder höher zu wechseln, greift im Jahr 2026 zu kurz. Liferay hat sein Release-Modell weiterentwickelt und veröffentlicht inzwischen Quarterly Releases. Das Q1-Release eines Jahres wird als Long-Term-Support-Version eingeordnet. Andere Quarterly Releases besitzen einen kürzeren Supportzeitraum.
Das Ziel eines Upgrade-Projekts sollte deshalb nicht nur eine höhere Versionsnummer sein. Entscheidend ist eine aktuell unterstützte Zielversion, die zum gewünschten Betriebsmodell, zur Systemlandschaft, zu den Sicherheitsanforderungen und zum geplanten Modernisierungszeitraum passt.
Welche Zielversion ist für ein Upgrade geeignet?
Die geeignete Zielversion muss für jedes Projekt individuell bestimmt werden. Dabei sollten mindestens folgende Punkte bewertet werden:
- aktueller Liferay-DXP- oder Portal-Stand einschließlich Fix Packs und Patches,
- verwendete Java-Version, Datenbank, Suchtechnologie und Application Server,
- individuelle Module, Hooks, Plugins, Themes und Frontend-Anpassungen,
- Marketplace Apps und Drittanbieter-Erweiterungen,
- Datenqualität und notwendige Datenbank-Upgrades,
- Integrationen zu ERP, CRM, DMS, Identity Management und weiteren Fachsystemen,
- Hosting-, Cloud-, Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen,
- gewünschter Supportzeitraum der Zielversion.
Für langfristig betriebene Unternehmensportale kann eine aktuelle LTS-Version sinnvoll sein. Bei anderen Projekten kann ein neueres Quarterly Release passen. Die Entscheidung sollte auf einer technischen Analyse und nicht allein auf der Versionsbezeichnung beruhen.
So sollte ein Liferay-Upgrade vorbereitet werden
Ein Upgrade sollte nicht als reiner Austausch von Softwarepaketen geplant werden. Zunächst ist eine Bestandsaufnahme erforderlich. Dabei werden Plattform, Datenbank, Infrastruktur, Erweiterungen, Integrationen und Betriebsprozesse dokumentiert.
- Ist-Analyse: Version, Patchstand, Infrastruktur und individuelle Erweiterungen erfassen.
- Zielarchitektur: Unterstützte Zielversion und geeignetes Betriebsmodell auswählen.
- Kompatibilitätsprüfung: APIs, Module, Themes, Marketplace Apps und Integrationen bewerten.
- Testmigration: Datenbank und Anwendung in einer getrennten Umgebung aktualisieren.
- Funktionale Tests: Portale, Rollen, Berechtigungen, Workflows, Suche und Schnittstellen prüfen.
- Go-live-Planung: Ausfallzeiten, Rollback, Monitoring und Verantwortlichkeiten festlegen.
- Nachbetreuung: Stabilisierung, Performance-Optimierung und Dokumentation sicherstellen.
Handlungsbedarf frühzeitig bewerten
Unternehmen mit Liferay DXP 7.0 bis 7.3 sollten nicht erst auf ein Sicherheits- oder Kompatibilitätsproblem warten. Eine frühzeitige Bewertung schafft Transparenz über Risiken, Aufwand, Kosten und einen realistischen Migrationspfad.
Ancud IT unterstützt bei Versionsanalyse, Zielarchitektur, Upgrade-Planung, Testmigration, Anpassung individueller Module und technischer Umsetzung. Weitere Informationen finden Sie unter Liferay DXP Upgrade und Migration anfragen.


